Konzept

“ Wenn man genügend spielt, solange man klein ist, 
dann trägt man Schätze mit sich herum,
aus denen man später sein ganzes Leben lang schöpfen kann.

Dann weiß man, was es heißt,
in sich eine warme, geheime Welt zu haben,
die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird.

Was auch geschieht, was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Innern, an die man sich halten kann.“

Astrid Lindgren

Der erste Kontakt erfolgt über eine Nachricht oder einen Anruf von dir. 
Hier werden die wichtigsten Informationen ausgetauscht und erste Fragen beantwortet. 

Anschließend nehmen sich beide Parteien ein oder zwei Tage Zeit, um sich darüber klar zu werden, ob eine Erziehungspartnerschaft zustande kommen soll. Wenn dem so ist, treffen wir uns für einen Termin (in unserer Wohnung, auf dem Spielplatz oder zu einem Spaziergang…) um uns gegenseitig ein wenig mehr kennenzulernen. Sind wir uns nach dieser gemeinsamem Zeit immer noch einig, dass ich die Betreuung übernehmen soll, findet das formelle Gespräch und die Vertragsunterzeichnung statt. 

Hier werde ich etwas ausführlicher… denn die Eingewöhnung ist mir eine große Herzensangelegenheit.

Ziel der Eingewöhnung ist eine tragfähige Beziehung und Bindung zwischen deinem Kind und mir als Tagesmutter. Ein gesunder Start in einen neuen Lebensabschnitt kann nur über Sicherheit, Geborgenheit und mit ausreichend Zeit stattfinden. 

Um Abläufe, Rituale, Räume und unsere Familie in aller Ruhe kennenlernen zu können, braucht es eine sensible Begleitung mit einer festen Bezugsperson. Dies kann die Mama, der Papa oder auch die Oma oder der Opa sein. Für euch bietet die Eingewöhnungszeit eine besondere Form des Einblicks in unseren Alltag, der eine gute Grundlage für die folgende Erziehungs- und Bildungspartnerschaft legt. 

Die Eingewöhnung findet in Anlehnung an das Berliner Modell statt und bekommt einen Zeitrahmen von mindestens 2 Wochen oder länger!

Phase 1

Die ersten drei Tage begleitest du dein Kind zu einer gleichbleibenden Tageszeit für 1-2 Stunden während der Betreuung. Du bist passiv, dennoch aufmerksam und der sichere Hafen für dein Kind. Hier geht es erstmal darum, sich mit uns und den Räumlichkeiten vertraut zu machen. 

Phase 2

Am 4.Tag wagen wir einen ersten kurzen Trennungsversuch. 
Dein Kind wird mir zeigen, wie lange dies möglich ist und wie der weitere Verlauf der Eingewöhnung ablaufen wird. 
Anschließend geht ihr gemeinsam nach Hause, damit dein Kind verstehen kann, dass dies der normale Ablauf ist: Meine Bezugsperson setzt mich bei der Tagesmutter ab, bei der ich über den Tag betreut werden, kommt zurück um mich wieder abzuholen und wir gehen nach Hause. Dies ist ganz wichtig, damit keine falschen Signale an dein Kind gesendet werden und die Bezugsperson nicht selbstverständlich zum Spielen mit dabei ist. Denn wenn sich dies einmal als Lernschema manifestiert hat, wird es für alle Parteien schwierig einen klaren Kurs in der Betreuung zu erkennen.

Phase 3

Nun kommt die Stabilisierung. Hier übernehme ich mehr und mehr im Beisein der Bezugsperson bestimmte Dinge wie Essen geben, Wickeln usw. und biete mich aktiv als Spielpartner an. Wir lernen uns besser kennen und tauschen Signale aus, nähern uns langsam an und genießen die kleinen Dinge im Alltag. Die Trennungszeiten werden anhand der Bedürfnisse deines Kindes verlängert und täglich neu abgesprochen. 

Abschluss der Phasen

Ist diese Phase erreicht, bist du als Bezugsperson nicht mehr in unmittelbarer Nähe, jedoch für Notfälle erreichbar.
Diese Phase ist erfolgreich abgeschlossen, wenn sich dein Kind von mir nachhaltig trösten lässt und mich als sichere Basis angenommen hat

Unser Tag sieht ein wenig anders aus als in einer Kita oder Krippe und das ist auch so gewollt. Wir lernen im Alltag und haben Zeit für die Schnecke, welche gerade über die Straße läuft,  schauen am Bahnhof den Zügen nach oder beobachten die Menschen auf dem Markt. 

Begrüßung und Start in den Tag

Je nachdem wann du dein Kind bringst, werden wir gemeinsam frühstücken. Es gibt ein gesundes und leckeres Frühstück. Dazu gehört für uns frisches Brot, Butter und Aufstriche, Käse, Wurst, auch mal eine Avocado oder ein hartgekochtes Ei. Ein Frühstücksbrei ist auch vorhanden.

Freies Spiel und kleine Angebote bzw. Einkaufen und draußen die Welt entdecken

Anschließend spielen wir, je nach Wetterlage, am liebsten draußen. Gerne gehen wir auch ab und zu für einen Spaziergang über den Mauracher Berg in den Wald oder in die Mediathek und schauen nach neuen Büchern. Vor dem Haus haben wir einen Sandkasten mit Sonnenschutz und zudem Beerensträucher gepflanzt, wo es sich gemütlich verweilen lässt. Sollten wir drinnen sein, werden wir gemeinsam Spiele spielen, basteln, malen, kneten, singen und tanzen oder andere kleinere Angebote stattfinden. Jeden Tag biete ich wiederkehrende Lieder und Spiele an.

Wenn wir gemeinsam aufräumen, singen wir dazu ein Lied: „Eins zwei drei, das Spielen ist vorbei, alle Kinder groß und klein, räumen jetzt das Spielzeug ein, eins zwei drei, das Spielen ist vorbei.“

Zwischendurch gibt es eine Obstpause. Wasser und Tee oder eigene mitgebrachte Trinkflaschen stehen immer zur Verfügung. Dienstag und Freitag gehen wir gerne gemeinsam auf den Markt hier in Denzlingen. Dort kaufen wir das Gemüse und Obst für den Tag ein. Saisonal und Regional ist mir dabei sehr wichtig. Auch das Fleisch kaufen wir nur von Anbietern aus dem Umland. 

Mittagessen 

Gegen späteren Vormittag koche ich ein vollwertiges und frisch zubereitetes Mittagessen. Es gibt ein/zweimal die Woche Fleisch oder Fisch. Solltest du es vorziehen, dass dein Kind nur vegetarisches Essen bekommt, ist das kein Problem. 

Wir essen gegen 12 Uhr zu Mittag.

Nach wie vor lieben Kinder immer wiederkehrende Geschmackserlebnisse. Bewährt haben sich z.B. Nudelauflauf, Buchstabensuppe, Geschnetzeltes vom Kalb oder Hühnchen, Pellkartoffeln mit Fischpfanne, Pfannkuchen sowie Gemüse mit Reis. Diese Liste vervollständige ich gerne jede Woche mit den Lieblingsessen der einzelnen Kinder.

Wickeln und andere Körperpflege

Das, was dein Kind von Zuhause aus gewöhnt ist und braucht, wird von mir übernommen. Händewaschen und regelmäßiges Wickeln ist selbstverständlich. Wir wickeln unsere Tochter mit Stoffwindeln und „halten ab“. Dies wäre auch für dein Kind möglich. Gerne berate ich über Windelsysteme und Einlagen. Die Stoffwindeln können hier deponiert und auch gewaschen werden. Ein Töpfchen sowie ein Klositz steht bei uns auch bereit. 

Nach dem Frühstück putzen wir unsere Zähne und haben das „Goldtröpfchen-Ritual“: nach dem Händewaschen bekommt jedes Kind einen Tropfen Öl in die Handflächen- um daran zu riechen und zur Pflege der Hände. Dazu singen wir folgenden Reim: „Tröpfchen, Tröpfchen du sollst wandern, von der einen Hand zur ander´n. Oh wie schön, oh wie fein, sollen meine Hände sein.“ (Melodie: Taler, Taler du sollst wandern) Auch nach dem Mittagessen machen wir dieses Ritual.

Mittagsruhe und die erlebten Dinge verarbeiten 

Nun wird, je nachdem was dein Kind benötigt, ausgeruht oder geschlafen. Unsere Mittagsruhe ist von ca. 13:00 Uhr bis ca. 14:30 Uhr. Jedes Kind hat seine eigene Matratze. Ein Kinderbett steht auch bereit. Wenn alle Kinder wieder wach sind, gibt es einen kleinen Snack wie Obst, Joghurt oder Ähnliches. Kinder, welche nicht schlafen bekommen vorgelesen, können ein Hörbuch hören oder auch ein leises, ruhiges Spiel spielen.

Vor der Mittagsruhe sein Kind abzuholen ist selbstverständlich auch möglich. 

Freies Spiel bis zur Abholzeit

Nachmittags spielen wir vorzugsweise draußen im Sandkasten, gehen auf einen Spielplatz oder spazieren und besuchen z.B. die Hühner, Ziegen und Gänse in der Umgebung. Auch hier gibt es wieder eine Obstpause oder kleinere Angebote von mir.